Freitag, 19.10.2018

Geboren um zu sterben...

Heute wurde uns eine junge Katze aus Murg-Oberhof in die Praxis gebracht.

Aufmerksame Anwohner hatten sie an der Straße liegen sehen und sie umgehend zu uns gebracht.
Was zunächst aussah wie ein potentieller Autounfall, entpuppte sich schnell als langfristiges Desaster: das arme Tier war nicht angefahren worden, sondern einfach zu schwach, um laufen zu können.
Sie hatte einen dermaßen abartigen Flohbefall, dass sie bereits eine hochgradige Blutarmut hatte und total dehydriert und unterkühlt war.

Anscheinend gibt es dort in der Ortschaft noch unendlich viele weitere Katzen, die in einem ähnlichen Zustand sind 😡- und das offenbar seit vielen Jahren....
Ich frage mich in solchen Situationen: warum weiß ich von solchen Dingen nicht schon längst? Warum wurden wir als Tierschutzverein noch nicht schon längst informiert, damit wir tätig werden können?
Warum kucken alle immer weg und tolerieren solche Zustände??
Wir sind nicht in Spanien, Italien oder sonst einem anderen südlichen Land, von dem wir wissen, dass dort mit Tieren nicht immer gut umgegangen wird. Nein, wir sind in Deutschland, in Baden-Württemberg in einer wohlbehüteten, wohlhabenden Gegend!

Warum dauert es immer sooo lange, bis sich endlich jemand ein Herz nimmt, es nicht mehr ertragen kann, wie schrecklich schlecht es den Katzen in der Nachbarschaft geht??

WARUM?? Leute, für sowas sind wir da! Wir kastrieren, bis uns die Hände bluten- aber diese Tiere sollen keinen Hunger mehr leiden und nicht wissen, wie sie ihren Nachwuchs ernähren sollen!

 

Macht mit! Meldet uns sowas! Es kommen KEINE Kosten auf euch zu!!! Aber für jede einzelne Streunerkatze ändert die Kastration das ganze Leben.....

Die kleine arme Maus ist nach 5 Stunden trotz intensiver Maßnahmen ( Infusion, Wärme, etc. ) in meinen Händen gestorben.
Wir hatten für Samstag morgen schon eine Bluttransfusion angesetzt- nun ist es zu spät.

Gestorben wegen Flöhen und Ignoranz- ich bin schockiert und weine um dieses arme Wesen.
(Irina Schulz)